Wolle

Geht es um Wolle, dann denken wir zuerst an die Schafwolle. Doch Wolle bezeichnet generell das Haar von Tieren, das sich zum Weben und zum Verspinnen eignet. Es kann also durchaus auch das Haar vom Kamel, von der Ziege oder auch von Kaninchen gemeint sein. In den südamerikanischen Anden liefern Alpakas und Vikunjas hochwertige Wolle, die sogar fünfmal wärmer ist als Schafwolle. Aber es stimmt: Hauptlieferant für Wollgarne und Wollstoffe ist das Schaf.

Dass uns Wolle so sympathisch und für die Herstellung von Textilien unentbehrlich geworden ist, hat viele gute Gründe. Von ihrem Aufbau als Eiweißfaser gleicht sie dem menschlichen Haar. Wolle ist ein schlechter Wärmeleiter und das ist gut für unsere Haut. Ihre spiralförmigen Fasern besitzen stufenartig übereinander liegende Schuppen, in deren Zwischenräume sich mikroskopische kleine Luftpolster bilden. Bis zu 85 Prozent des Gesamtvolumens der Wolle besteht aus Luft. Das macht sie einerseits leicht, andererseits lassen die Luftpolster die Luft gut zirkulieren und speichern die Wärme, so dass wir vor Temperaturschwankungen gut geschützt sind.
Vorbildlich ist Wolle auch in punkto Feuchtigkeitsaufnahme. Ihre Oberfläche stößt Wasser ab, aber im Faserninnern kann sie Wasserdampf aufnehmen - immerhin bis zu 35 Prozent ihres eigenen Gewichtes, ohne dass sie sich feucht anfühlt. Ob von außen durch Regen oder von innen durch unseren Schweiß - Wolle sorgt dafür, dass unsere Haut trocken bleibt und nicht auskühlt. Hinzu kommt, dass sie Schweißgeruch und Schmutz schlecht annimmt, farbbeständig und schwer entflammbar ist.

Wolle enthält immer eine bestimmte Feuchtigkeitsmenge. Deshalb lädt sich Wollkleidung kaum elektrostatisch auf. Daraus ergeben sich ein angenehmes Tragegefühl und die schmutzabweisende Wirkung. Wolle kann Säure neutralisieren und bietet Mikroorganismen einen schlechten Nährboden, weswegen der Schweißgeruch verhindert wird. Man muss also Wolle seltener waschen! Lüften oder das Aufhängen der Kleidungsstücke bei nebligem Wetter genügen oft als Reinigung.

Warum ist Wolle nicht gleich Wolle?
"100 % Schurwolle" wird oft mit "100 % Natur" verbunden. Leider ist das oft nicht richtig. Der weitaus größte Teil der Wolle, die auf dem Markt angeboten wird, stammt aus Massentierhaltung. Durch die großen Herden sind die Schafe sehr anfällig für Krankheiten. Die Tiere werden fünf- bis sechsmal im Jahr in Pestizidbäder getaucht, um Milben, Läuse und Fliegenmilben zu vernichten. Um den größtmöglichen Wollertrag zu erzielen, werden den Tiere Antibiotika und Medikamente gegeben. Auch in der Weiterverarbeitung der Wolle geht es oft nicht besonders natürlich zu. Als Beispiel sei hier nur die chemische Ausrüstung gegen Mottenfraß (Eulanisierung) oder auch die Superwash-Ausrüstung gegen das Verfilzen der Wolle genannt.

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