Seide

Die schönste und wertvollste Seide wird aus den Kokons des Seidenspinners gewonnen. Aufgrund seines Lebensraumes wird er auch Maulbeerspinner genannt, da seine Raupe ausschließlich Maulbeerblätter frisst (Maulbeerseide). Diese Art ist besonders in Asien beheimatet. Andere Arten in anderen Regionen unterscheiden sich nur geringfügig. Eine einzige Ausnahme bilden die wildlebenden Rassen, die Tussaspinner.

Bei allen entwickelt sich im Frühjahr innerhalb von sieben bis acht Wochen aus einem Ei eine Raupe und aus dieser ein fertiger Falter.

Die Kokons des Seidenspinners bestehen aus dem Fibroinfaden, den die Raupe vor ihrer Verpuppung spinnt. Um einen langen Faden zu erhalten, darf der Schmetterling nicht schlüpfen, da er ein Loch in den Kokon beißt und so den Faden durchtrennt. Aus diesen Kokons können nur noch kurze Fäden von schlechter Qualität gewonnen werden.

Zehn Tage nachdem die Raupe sich verpuppt hat kommen die Kokons zur Weiterverarbeitung. Mit kochendem Wasser oder heißem Dampf werden die Puppen getötet, in einem heißen Seifenwasserbad wird der Klebstoff (Seidenbast) gelöst, der die Fäden zusammenhält. Nach dem Trocknen werden die Haltefäden des Kokons abgezupft. Aus diesen mittellangen Fasern wird Florett- oder Schappeseide hergestellt. Gelangt man an den innern Faden des Kokons, so wird er abgespult (abgehaspelt) und auf ein Haspelrad gewickelt. Dieser Endlosfaden hat eine Länge von 1200 bis 1500 Metern. Er wird weiterverarbeitet und ergibt das feinste, glänzenste Gewebe (Haspelseide).

Bouretteseide wird aus kurzen Resten oder beschädigten Kokons gewonnen. Bei den Tussaspinnern werden die Kokons der geschlüpften Falter verwendet. Die Raupe muss hier also nicht sterben. Die Fäden sind dadurch deutlich kürzer. Tussaseide ist so weniger glänzend und durch den gröberen goldgelben Faden dicker als die anderen Seidenarten.

Biologische Seide

Je besser die Ernährung der Seidenraupen ist, desto besser ist die Qualität der Seide. Da für die gefräßigen Raupen große Mengen an Blättern benötigt werden, müssen entsprechende Mengen Maulbeerbäume angepflanzt werden. Im biologisch-dynamischen Landbau wird eine Mischkultur angelegt, um solch eine große Fläche im Gleichgewicht zu halten. Die Maulbeerbäume werden als Sträucher gezogen, um sie besser abernten zu können.
Dazwischen wachsen Obst- und Laubbäume, die Vögeln als Nistplatz und der Beschattung dienen. Auf Insektengift und Pflanzenschutzmittel wird verzichtet, die Seide ist rückstandsfrei. Die hohe Futterqualität führt zu einer bessern Seidenqualität. Die Kokons sind größer, die Seide ist elastischer und hat einen gleichmäßigeren Faden bei höherem Glanz. Beim Färben benötigt man weniger Farbe.

Auch die Umweltbedingungen werden dadurch verbessert. Der hohe Bedarf an Handarbeit, sowohl beim Landbau, wie auch bei der der Raupenzucht- und pflege, bietet für viele Menschen stabile Arbeitsverhältnisse.

Biologische Seide kommt also allen zugute: den Raupen, den Bauern, dem weiterverarbeitenden Gewerbe, der Umwelt und dem Kunden.

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